Über das Projekt
Mit „Bühne der Vielfalt“, einem Projekt von Musikkollektiv Aachen e.V., entsteht ein künstlerischer Raum, in dem Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven gemeinsam Theater entwickeln und auf die Bühne bringen.
Mit „PEER – Eine Reise durch die Vielfalt“ realisiert Bühne der Vielfalt in Kooperation mit dem Figurentheater Fithe aus Ostbelgien seine erste inklusive Musiktheaterproduktion. Daran arbeiten derzeit junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren aus der Euregio Maas-Rhein gemeinsam über ein Jahr hinweg.
Peer Gynt
Ausgangspunkt ist Henrik Ibsens Peer Gynt – allerdings nicht als klassische Nacherzählung. Vielmehr wird der Stoff gemeinsam zerlegt, befragt und neu zusammengesetzt. „PEER“ versteht sich als kollektiver künstlerischer Arbeitsprozess zwischen Menschen mit und ohne Behinderung – zwischen Biografie, Fiktion und Bühne.
Peer ist dabei keine feste Figur, sondern ein Zustand: suchend, widersprüchlich, sich selbst entwerfend. Peer kann jede Person sein – oder viele gleichzeitig. Aus dieser Verschiebung entsteht ein vielstimmiger Abend über Identität, Zugehörigkeit und die Frage, was es heute bedeutet, ein „Ich“ zu behaupten.
Das Ensemble steht im Mittelpunkt
Die Arbeit bewegt sich zwischen Sprache, Musik und Körper. Fragmente aus der Musik von Edvard Grieg treffen auf Schattenspiel, Bewegung und Gebärdenunterstützte Kommunikation. Unterschiedliche Ausdrucksformen stehen dabei gleichwertig nebeneinander – nicht als Ergänzung, sondern als eigenständige künstlerische Mittel.
Das Ensemble steht bewusst im Mittelpunkt des Projekts. Die offenen Proben geben Einblick in einen künstlerischen Prozess, in dem unterschiedliche Ausdrucksweisen nicht angepasst oder vereinheitlicht werden, sondern als eigenständige Qualitäten sichtbar werden.
Gerade die Zusammenarbeit von Menschen mit unterschiedlichen Lernwegen, Erfahrungen und körperlichen Ausdrucksformen eröffnet neue Perspektiven auf Bühne und Darstellung. Dadurch erweitert sich nicht nur der künstlerische Prozess innerhalb des Ensembles, sondern auch die Wahrnehmung des Publikums.
Die Zuschauer*innen erleben ein Theater, das sich nicht an normierten Ausdrucksformen orientiert, sondern unterschiedliche Formen von Präsenz, Wahrnehmung und Kommunikation gleichwertig sichtbar macht.
Das Projekt versteht sich dabei nicht als vollständig barrierefreier Raum, sondern als gemeinsamer Lern- und Entwicklungsprozess. Barrieren werden sichtbar gemacht, hinterfragt und – wo möglich – gemeinsam abgebaut.
Initiiert wird das Projekt vom Musikkollektiv Aachen e.V. und Fithe-Figurentheater aus Ostbelgien.
Das Projekt wird gefördert durch den Small Project Fund „People to People” Interreg Maas Rhein (NL-BE-DE) und unterstützt durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Programms Interreg Maas-Rhein (NL-BE-DE).